Nachbarn: beste Feinde – Wenn einen das Leben in den eigenen vier Wänden täglich quält

Mobbing, Schikane oder Drohbriefe lassen vielerorts den Wohn- zum Albtraum werden | Foto: Archiv
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  • Mobbing, Schikane oder Drohbriefe lassen vielerorts den Wohn- zum Albtraum werden
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(ella). Lärm, Mülltrennung und Sauberkeit bilden die Speerspitze, wenn Nachbarn miteinander streiten. Lärmende Kinder, bellende Hunde – wenn es nicht die eigenen sind – belasten das Nervenkostüm. Jeder wiegt sich im Recht, eher selten gesteht sich eine Partei ein, Fehler gemacht zu haben oder wagt gar den Schritt, sich beim anderen zu entschuldigen.

Es stören immer die anderen
Die gemeinnützigen Wohnbauträger der Stadt Innsbruck kennen solche Probleme. Genervte Mieter treten immer wieder an die jeweils zuständige Gesellschaft heran – flehend, bittend, verzweifelt oder verärgert. Die Neue Heimat Tirol (NHT), die Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG) und die TIGEWOSI sind sich einig: "Auf jeden Fall muss die Beschwerde bei uns schriftlich einlangen", heißt es seitens der gemeinnützigen Wohnbauträger. Franz Danler, Geschäftsführer der IIG, betont, dass die Vorgehensweise an jeden Einzelfall angepasst wird. "Abhängig vom Einzelfall kann es auch zweckmäßig sein, mit allen betroffenen Personen ein Gespräch zu führen", erklärt Danler.

Wenn der Ärger anklopft
Die Stadt Innsbruck hat vor einigen Jahren das Projekt "Gemeinsam wohnen, gemeinsam leben" zum Nachbarschaftsthema durchgeführt. Wolfgang Rauth, Geschäftsbereichsleiter Objektmanagement der IIG, sieht keine Notwendigkeit, eine öffentliche Ombudsstelle für Nachbarschaftsanliegen einzurichten. "Unsere Mitarbeiter und Hausverwalter werden regelmäßig zu den Themen Kommunikation und Konfliktmanagement geschult. Außerdem existieren bereits öffentliche Stellen, an die sich betroffene Mieter wenden können – zum Beispiel die Landesvolksanwaltschaft", so Rauth.

Man lebt nicht alleine
Hausordnungen regeln das Zusammenleben in einer Wohnanlage und sind Teil des Mietvertrages. Einige der gemeinnützigen Wohnbauträger illustrieren die geltende Hausordnung, damit auch die jüngsten Bewohner von Kindesbeinen an lernen, aufeinander Rücksicht zu nehmen.

Nachbarschaft: Eine Anekdote
"Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Vielleicht hat er die Eile nur vorgeschützt und er hat was gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts getan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht´s mir wirklich. - Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er "Guten Tag" sagen kann, schreit ihn unser Mann an: "Behalten Sie Ihren Hammer". (aus Paul Watzlawick: "Anleitung zum Unglücklichsein", ISBN 978-3-492-24316-2. München: Piper Verlag )

Mobbing, Schikane oder Drohbriefe lassen vielerorts den Wohn- zum Albtraum werden | Foto: Archiv
Gestritten wird auf Teufel komm raus – oft auch vor Gericht. | Foto: Archiv
Ein Auszug aus der Hausordnung der IIG – bildhaft illustriert zum besseren Verständnis für alle Bewohner. | Foto: IIG
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