EU-Vergleich
Österreichs Studierende sind älter und arbeiten mehr

Studierende in Österreich arbeiten mehr und sind im Schnitt älter.  | Foto:  Filmgut T. Zeller
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Studierende in Österreich arbeiten mehr und sind im Schnitt älter. Zu diesen Ergebnissen kam eine aktuelle Eurostudent-Studie, welche die sozialen und ökonomischen Studienbedingungen von insgesamt 25 EU-Staaten gegenüberstellt. 

ÖSTERREICH. "Studenten sind faul und machen ohnehin nur Party." Ein klischeehafter Spruch, der alle Studentinnen und Studenten, die ihr Unileben in vollen Zügen genießen, ironisch belächelt. Wer sich hier zu Unrecht verurteilt fühlt, hat nun hier das Gegenargument schwarz auf weiß: Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass Studierende in Österreich im EU-Schnitt mehr arbeiten und auch deutlich älter sind.

Großteil kann sich Studium ohne Arbeit nicht leisten

Über die Hälfte von Österreichs Studierenden gehen neben ihrem Studium einer berufstätigen Arbeit nach. Dabei arbeiten 56 Prozent während des gesamten Unisemesters und 13 Prozent nur gelegentlich. Knappe 55 Prozent geben an, dass ihr Job zumindest einen (sehr) starken Bezug zu ihrem derzeitigen Studium hat. Wohingegen Frauen durchschnittlich 20 Stunden pro Woche ihrem Studentenjob nachgehen, sind es bei Männern um die 23 Stunden. Unter den Studierenden, die angeben, mehr als 20 Stunden erwerbstätig zu sein, behaupten drei Viertel ohne Arbeit sich das Studium nicht leisten zu können. 

Über die Hälfte von Österreichs Studierenden gehen neben ihrem Studium einer berufstätigen Arbeit nach. | Foto: Universität Wien/ Alex Schuppich
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Jeder Achte überlegt, mit dem Studieren aufzuhören

Jene Personen, die neben der Universität Teilzeit arbeiten, sind laut der Umfrage häufig finanziell auf sich allein gestellt und erhalten wenig Unterstützung von ihren Eltern oder dem Staat. Das Gleiche gilt für Studierende, die etwa nicht aus wohlhabenden Familien stammen. Die finanzielle und organisatorische Belastung, das Studium neben der Arbeit zu stemmen, macht Österreichs Studentinnen und Studenten zu schaffen. Jeder Achte spielt mit dem Gedanken, seine Studentenlaufbahn abzubrechen. Zählt man Pflichtveranstaltungen, Selbststudium und Teilzeitarbeit zusammen, kommt man auf eine Uni/Arbeitswoche von insgesamt 45 Stunden.

Unter den Studierenden, die angeben, mehr als 20 Stunden erwerbstätig zu sein, behaupten drei Viertel ohne Arbeit sich das Studium nicht leisten zu können.  | Foto: Dom Fou
  • Unter den Studierenden, die angeben, mehr als 20 Stunden erwerbstätig zu sein, behaupten drei Viertel ohne Arbeit sich das Studium nicht leisten zu können.
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Studienbeginn oftmals mit Ende 20

Der Altersdurchschnitt der Studierenden liegt hierzulande bei 27,1 Jahren, wobei die Hälfte älter als 25 ist. In den Vergleichsländern sind Studierende ca. 25,9 Jahre alt. Die Bandbreite variiert jedoch erheblich: In Aserbaidschan liegt das Durchschnittsalter bei 20,9 Jahren, während es in Island 31,4 Jahre beträgt. Studentinnen und Studenten, die aus Akademikerfamilien kommen oder nach einigen Jahren Berufserfahrung oder alternativen Wegen ihr Universitätsstudium beginnen, sind generell etwas älter. Einhergehend mit dem hohen Altersschnitt ist auch die Zahl der Studierenden, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen. Ein Großteil der Universitätsbesuchenden ist bereits ausgezogen, ausschließlich 20 Prozent wohnen noch zu Hause. Der Anteil der Studierenden mit Kind ist vergleichsweise zu anderen Ländern eher gering (neun gegenüber zwölf Prozent).

Diskriminierung im österreichischen Hochschulalltag

Studentinnen und Studenten wurden im Laufe der EU-Studie ebenfalls zu den Themen Diskriminierung und Ausgrenzung im Unialltag befragt. Österreichische Studierende berichten dabei vergleichsweise oft an ihrer Hochschule aufgrund bestimmter Merkmale, wie Geschlecht, Herkunft oder Bildung der Eltern schlecht behandelt worden zu sein. Ausgrenzung aufgrund des Gewichts wurde in Österreichs Universitäten nur selten genannt. 30 Prozent geben jedoch an, dass sie schon einmal Opfer von Diskriminierung gewesen sind. Ausschließlich in den Ländern Spanien und Portugal kam die Eurostudent-Studie auf ähnliche Ergebnisse. In den 25 Vergleichsländern lag der Wert bei 22 Prozent. 

30 Prozent geben jedoch an, dass sie schon einmal Opfer von Diskriminierung gewesen sind.  | Foto: Philippe Bout
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