Fast 10 Cent pro Liter mehr
Spritpreise in kurzer Zeit extrem angestiegen

Wer derzeit zur Zapfpistole greift, der blickt wohl wehmütig auf den Literpreis. (Symbolbild) | Foto: minervastock/Smarterpix
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  • Wer derzeit zur Zapfpistole greift, der blickt wohl wehmütig auf den Literpreis. (Symbolbild)
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An der Zapfsäule erleben viele einen Spritpreis-Schock. In nur einer Woche stieg der Dieselpreis (im Median) um 9,7 Cent, den größten Anstieg gab es seit Samstag. Ähnlich hoch war dieser bei Super. Der ausgebrochene Krieg im Nahen Osten ist für den ÖAMTC jedoch zu wenig Erklärung für den Tankpreis-Hammer.

WIEN. Gebetsmühlenartig sind Regierung und Wirtschaftsexperten derzeit bemüht, zu beruhigen. Denn die Energiepreise würden durch die kriegerischen Auseinandersetzungen am arabischen Golf samt Sperre der wichtigen Öl-Handelsstraße von Hormus auf Österreich keine großen Auswirkungen haben.

So betonte erst am Dienstag Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP), dass die Auswirkungen für Österreich wohl geringer als zu Beginn des Ukraine-Kriegs sein dürften. So würde man weit weniger fossile Brennstoffe aus dem arabischen Raum importieren, als 2022 aus Osteuropa. Mehr dazu unten.

Angriffe auf Öl-Anlagen sowie die Blockade der Straße von Hormus lassen den Rohölpreis in die Höhe schnellen.  | Foto: Abu Dhabi / / United Arab Emirates
  • Angriffe auf Öl-Anlagen sowie die Blockade der Straße von Hormus lassen den Rohölpreis in die Höhe schnellen.
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Und trotzdem: Der Preis für ein Fass der Rohölsorte Brent stieg am Dienstag bereits auf über 80 Dollar. Beim Tanken merkt man ohnehin gerade einen enormen Preisanstieg, wie Daten der E-Control zeigen.

9,7 Cent pro Liter mehr

Die Daten werden von E-Control nicht tagesaktuell, sondern immer mit einem Tag Verzögerung veröffentlicht. Somit lässt sich zumindest ein Wochenvergleich von Montag, 23. Februar bis Montag, 2. März darstellen.

Im Median – also dem Zentralwert, der genau in der Mitte aller eingegangen Preismeldungen von Tankstellen liegt – lag der Dieselpreis an Österreichs Zapfsäulen noch vor einer Woche bei 1,552 Euro pro Liter. Am ersten Wochentag nach Beginn der Nahost-Eskalation bereits bei 1,649 Euro pro Liter. Ein satter Anstieg von 9,7 Cent je Liter in nur einer Woche.

Ähnlich drastisch verhält es sich mit dem Benzinpreis. Für einen Liter Super musste man am 23. Februar noch 1,506 Euro zahlen, am 2. März waren es bereits 1,569 Euro. Ein Anstieg von 6,3 Cent je Liter Treibstoff. Vor allem seit dem Einsetzen der Kriegshandlungen gehen die Preise nach oben: Im Vergleich zum Samstag – dem Tag des Kriegsausbruchs – ging es beim Diesel je Liter (1,554 Euro) um 9,5 Cent in die Höhe, bei Super (1,499 Euro) um 7 Cent.

Iran-Angriff nur bedingte Erklärung

Am teuersten war der Diesel je Liter am Montag übrigens in Salzburg (1,699 Euro), Tirol (1,689 Euro) und Wien (1,669 Euro). Für den Liter Super griff man in Tirol (1,639 Euro), Salzburg (1,624 Euro) und Vorarlberg (1,599 Euro) am tiefsten in die Geldbörse.

Beim ÖAMTC kritisiert man die Preissteigerungen. Der gestiegene Rohölpreis sei keine Rechtfertigung für den enormen Anschlag bei den Zapfsäulen. (Archiv) | Foto: Paul Weber
  • Beim ÖAMTC kritisiert man die Preissteigerungen. Der gestiegene Rohölpreis sei keine Rechtfertigung für den enormen Anschlag bei den Zapfsäulen. (Archiv)
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Für den Mobilitätsclub ÖAMTC ist der Ausbruch des Konflikts jedoch nur bedingt verantwortlich für die Preisanstiege. "Zum einen warten heimische Konsumenten bereits seit Monaten auf die gerechte Weitergabe von Preissenkungen am Rohölmarkt der vergangenen Monate, die nur verzögert und im geringen Ausmaß an den Tankstellen sichtbar wurden", so ÖAMTC-Verkehrsexperte Dominik Graf.

"Zum anderen rechtfertigt der aktuelle Erdölpreis trotz deutlichem Anstieg nicht derart hohe Preise, wie wir sie zum Anfang dieser Woche sahen", rechnet Graf vor: "Zum Vergleich: Im Jänner 2025 war der Erdölpreis etwa gleich hoch wie jetzt, an den Tankstellen war speziell Diesel jedoch deutlich günstiger. Aus meiner Sicht fehlt also selbst in Hinblick auf die aktuelle Eskalation im Nahen Osten wiederum die Verhältnismäßigkeit von Sprit- zu Rohölpreisen."

Die Preise im Blick

Zum täglichen Spritpreismonitoring der E-Control gelangst du hier. MeinBezirk listet dir jedoch auch die günstigsten Tankstellen in deiner Umgebung auf:

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