Mit Sonnenblumenöl sein Auto volltanken...

- Wolfgang LÖSER mit seinem neuen Buch "Der Energierebell", flankiert von Christian und dem Organisator des Vortrages Jakob STÜCKELSCHWEIGER, GIiR
- hochgeladen von Christian Gorinsek
... und danach ein Schnitzel rausbraten? Der Energierebell Wolfgang LÖSER aus Streitdorf in Korneuburg/NÖ zeigt wie's geht!
Um 21.30 Uhr endete der knapp 2-stündige Vortrag des Landwirtes Wolfgang LÖSER im Frischehof, wo sich im wohligen Massivholz-Ambiente des Gästebereichs der Familie ROBIER etwa 25 Personen zum Thema "erneuerbare Energie" eingefunden hatten. Ich behaupte ja nicht, daß ich alles verstanden habe, worüber an diesem Abend gesprochen wurde, aber die aufgezeigten Zukunftsszenarien sind bemerkenswert. Vorallem: In Streitdorf heute schon verwirklicht!
In einem Kurzen Beitrag von SERVUS TV zeigte LÖSER seine revolutionäre Umstellung seines österreichweit ersten energieautarken Bauernhofes auf, den er vor nun gut 30 Jahren völlig auf unabhängige, eigenproduzierte Bio- und Sonnenenergie umrüsten ließ.
"Dachte mir, ich laß mir das nicht mehr länger gefallen..."
Angefangen hat alles mit den unverschämt hohen Energiepreisen für Strom und Treibstoff bei gleichzeitiger völliger Abhängigkeit vom Energielieferanten. "Innerhalb der letzten 30 Jahre ist der Zapfsäulenpreis explodiert, während die Lebensmittelpreise für die Bauern nahezu gleich blieben", stellt LÖSER eingangs des Vortrages fest. "Hätte ich nicht auf Bioenergie umgestellt, müßte ich heute die Hälfte meiner Ernte für Treibstoff aufwenden." Was dann folgte war die logische Konsequenz eines Überlebenskampfes bei gleichzeitger Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit. "So wie das jetzt läuft spare ich mir sogar noch was weg, gleichzeitig habe ich € 0,- Energiekosten!" Doch auch für Wolfgang LÖSER begann alles mit dem ersten Schritt. "Ich war ja völlig unwissend auf dem Gebiet. Es gab einige Pioniere der erneuerbaren Energie, die bereits vor 30 Jahren mit Solarautos durch Wien fuhren. Weil man mit dieser Form der Energiegewinnung aber kein Geld machen kann, wurde die Energierevolution von Seiten der Politik und Energiekonzerne abgewürgt", weiß LÖSER zu berichten. Ob er dem umstrittenen Klimawandel damit entgegenwirkt ist ihm dabei relativ egal. "Ich will unabhängig sein, trage ich was Positives zum 'Klimawandel' bei, ist mir das auch recht."
Ohne Plan und ohne Schulden
Er selbst hat sich unbeeindruckt vom Widerstand in Politikerkreisen immer mehr Wissen angeeignet, Kontakte geknüpft und hat für seine Bedürfnisse den gesamten Bauernhof samt Fuhrpark auf erneuerbare Energie umgestellt. Das für ein neues Auto zusammengesparte Geld wurde in die Solaranlage am Dach investiert. "Meine Frau ist immer hinter mir gestanden, weil sie selbst eine Praktikerin ist und geplante Projekte durchzieht", ergänzt er in einem Nebensatz. Innerhalb eines Jahres war LÖSER 100% unabhängig von fremden Energieanbietern. Ohne einen konkreten Plan und ohne Kredit hatte sich innerhalb weniger Jahre die Anlage amortisiert und liefert heute mehr Strom als der ganze Bauernhof verbrauchen kann. "Österreich könnte heute schon 100% energieautark sein. Wir müßten weder Atomstrom importieren, noch Soja aus Südamerika einführen, wenn wir unsere eigenen Ressourcen optimal nutzen würden. Allein unsere verbauten Flächen mit Solaranlagen zu bestücken würde den Energiebedarf mehr als decken. Kombiniert mit Wind-, Wasser- und Geoenergie aus der Erde wäre das die perfekte Mischung aus erneuerbarer Energie."
Da Mähdrescher vom Franz und mei Traktor fahrn mit Sonnenblumenöl
Was den Zuseher des kurzen Videofilms auf YouTube endgültig staunen läßt ist der umgerüstete Traktormotor von Wolfgang LÖSER, der zu 100% mit Sonnenblumenöl fährt, und zwar auch noch bei -15°C im Winter. Auch handelsübliche Autos ließ der Pionier aus Streitdorf in Niederösterreich umstellen auf Sonnenblumenöl. "Es geht ganz leicht. Man braucht nicht viel Umrüsten. Einige Automarken sind gut dafür geeignet. Wir haben keinen einzigen Motorschaden seit 2002 in den 5000 Betriebsstunden gehabt. Die Effizienz wird immer besser, wir holen immer mehr Leistung aus den Geräten heraus. Ein Liter Sonnenblumenöl entspricht dem Brennwert von einem Liter Diesel", rechnet uns Wolfgang LÖSER einen Vergleich vor. Dadurch, daß die Erntegeräte mit dem Produkt der Ernte betrieben werden, schließt sich der Energie-Kreislauf wieder. Allerdings ergänzt er: "Über kurz oder lang werden wir uns von jeglichen Verbrennungsmotoren verabschieden müssen, weil sie mit dem Nutzen-Kosten-Verhältnis von reinen Elektromotoren einfach nicht mehr mithalten können."
Exkursion nach Streitdorf im Oktober mit Bus geplant
Wer nun Interesse an dieser Form der Eigenversorgung bekommen hat, kann sich beim FRISCHEHOF am 25. November 2015 zum Abfahrtstreffpunkt einfinden, um am Ausflug nach Streitdorf teilzunehmen. Anmeldungen bei Herrn Jakob STÜCKELSCHWEIGER unter 0664 / 17 80 19 5 werden gerne entgegen genommen. Am 13. Oktober waren breits 20 Bauern aus Finnland dort, die sich den energieautarken Bauernhof mit eigenen Augen ansehen wollten.
LÖSER wünscht sich viele Bürger, die von unten her die Energiewende voranbringen. "Von der Politik brauchen wir uns nichts zu erwarten, die sind alle dicht verwoben mit den Energieproduzenten." Dennoch wünscht sich LÖSER auch Interesse von den Gemeinderäten und Bürgermeistern. "Es gibt schon eine energieautarke Gemeinde. Die Zukunft gehört der Energiewende. Die großen Stromanbieter von unsauberer Energiegewinnung wie Kohle gehen zugrunde, ob sie wollen oder nicht."
Sein würdiges Ende fand der Vortrag von Wolfgang LÖSER mit dem Satz: "Jeder ist für sich selbst verantwortlich."






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