Neuwahl des Bürgermeisters
Am 7. Juli 2022 beendet Helmut Leitenberger seine Ära

- Bürgermeister Helmut Leitenberger beendet offiziell am 7. Juli 2022 seine politische Karriere.
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Nach 17 Jahren als Bürgermeister der Bezirksstadt Leibnitz legt Helmut Leitenberger am 7. Juli 2022 alle politischen Funktionen zurück. Der erfolgreiche Stadtchef führte die SPÖ zur Mehrheitspartei und blickt auf eine politische Bilderbuchkarriere zurück. Seine gewonnene Zeit wird Helmut Leitenberger künftig seiner geliebten Familie widmen. Endlich ist wieder mehr Zeit für das Fischen, Radfahren und Musizieren.
LEIBNITZ. 17 Jahre sind vergangen. Am 12. April 2005 wurde Helmut Leitenberger als Bürgermeister der Stadt Leibnitz angelobt. Mehr als drei volle Perioden später beendet er am 7. Juli 2022 auf eigenen Wunsch seine Funktion: "Ich werde noch die Wahl meines Nachfolgers bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung um 18 Uhr einleiten und dann ist für mich Schluss."

- Aus dem Woche-Archiv. Helmut Leitenberger wurde ma 12. April 2005 als Bürgermeister angelobt.
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Keine Wehmut, aber dankbar
Wehmut schwingt absolut keine mit, wenn Leitenberger daran denkt, dass die Tage bis zur Beendigung seiner verantwortungsvollen Tätigkeit gezählt sind: "Ich habe immer sehr gerne für Leibnitz gearbeitet. Auch wenn es nicht immer einfach war, so blicke ich auf eine wunderschöne Zeit zurück, in der ich unglaublich viele nette Menschen begegnen konnte. Ich möchte keinen Tag missen."
Eines ist Leitenberger wichtig zu betonen: "Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtgemeinde Leibnitz und meinem SPÖ-Team für das hervorragende Miteinander und die tolle Arbeit, die geleistet wurde. Die Arbeit, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden mir fehlen. Nicht fehlen wird mir die Politik, denn die politische Kultur hat sich in den vergangenen Jahren stark geändert."
Großen Dank zollt Leitenberger auch allen Vereinen, Institutionen und Körperschaften.
"Auch früher wurde oft hart diskutiert, aber man konnte die Dinge bei einem Kaffee aussprechen und es wurde Wort gehalten. Das ist heute leider nicht mehr der Fall. Ich vermisse die gegenseitige Wertschätzung in der Politik."
Helmut Leitenberger (SPÖ)

- Das letzte Interview von Woche-Redakteurin Waltraud Fischer mit Bgm. Helmut Leitenberger
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Viele ÖVP-Anhänger gewonnen
Den "Rumpler", denn es nach der Gemeinderatswahl 2005 in der Leibnitzer ÖVP machte, haben viele bis heute nicht verdaut. Der amtierende Bürgermeister Hans Kindermann hat damals nach der bitteren Niederlage mit dem Rückzug die Konsequenzen gezogen. Doch auf Hochtouren kam die ÖVP seither nur mehr stolpernd.

- So wählten die Leibnitzer:innen im Jahr 2005.
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Sowohl mit Vorgänger Hans Kindermann als auch mit den ÖVP-Vor-Vorgängern Hans Stoisser, Wolfried Filek-Wittinghausen und Franz Vollmann pflegt Helmut Leitenberger gute Kontakte. Und das gilt auch für die ehemaligen Bürgermeister Kurt Stessl (Kaindorf) sowie Alois Adam und August Assigal (Seggauberg), die vor der Fusion mit Leibnitz aktiv waren - um nur einige zu nennen.
Auch zu Gerhard Pürstner, der zuletzt noch in der ÖVP Leibnitz als Vizebürgermeister tätig war, und vielen ÖVP-Ortskaisern, ehemaligen Gemeinderätinnen und Gemeinderäten sowie politischen Veranwortlichen anderer Parteien in der Region, besteht ein guter und oft freundschaftlicher und wertschätzender Kontakt mit Leitenberger.
"Ich habe bei der Parteifarbe nie einen Unterschied gemacht und immer den Menschen gesehen. Leider ist das jetzt in der ÖVP Leibnitz nicht mehr der Fall. Sie hat mich mit allen Mitteln versucht, schlecht zu machen."
Helmut Leitenberger (SPÖ)
Ein Schrank voller Urkunden und Auszeichnungen
Die Erinnerung nach 17 Jahren Bürgermeister in einer Bezirksstadt lebt. "Ich habe zu Hause einen ganzen Schrank voller Urkunden und Auszeichnungen, die ich in meiner Laufbahn erhielt. Einige zu nennen fällt mir wahrlich schwer, den ich habe mich über jede einzelne Auszeichnung immer sehr gefreut", betont Leitenberger.

- Der Dolch aus Aserbaidschan wird daheim bei Helmut Leitenberger einen Ehrenplatz bekommen.
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Nicht nur besondere Auszeichnungen, auch besondere Menschen und Begegnungen bereichern ein Bürgermeisterleben. So konnte Helmut Leitenberger mehrmals Alt-Bundespräsident Heinz Fischer treffen, auf der Bischofskonferenz auf Schloss Seggau mit dabei sein oder international bekannte Künstler und Stars in Leibnitz treffen. "Das sind Begebenheiten, die du nur als Bürgermeister erlebst", so Leitenberger.

- Die stärkste Stütze im Hintergrund: Familie Leitenberger mit Tochter, Schwiegersohn und Enkelkindern.
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2015 bleibt in Erinnerung
"Nie vergessen werde ich das Jahr 2015, als tausende Flüchtlinge bei uns in Spielfeld über die Grenzen kamen und wir alle gefordert waren. Gemeinsam mit LR Doris Kampus haben wird in der Sporthalle in Leibnitz die notleidenden Menschen versorgt", erinnert sich Leitenberger und meint: "Jetzt brauchen die Menschen aus der Ukraine unsere Hilfe."

- Die Tage im Rathaus sind für Helmut Leitenberger gezählt.
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Ein Leben ohne Politik
Fest steht, dass Bgm. Helmut Leitenberger am 7. Juli einen Schlussstrich unter die Politik zieht und keine Funktionen mehr annimmt. "Als Bürgermeister war ich 24 Stunden erreichbar. Der Job hört nicht auf, wenn man die Bürotür schließt und nach Hause geht." Umso mehr will Leitenberger künftig die Zeit mit seiner Familie und Gattin Margit verbringen, die in all den Jahren als größte Stütze galt.
"Als Bürgermeister ist man nie privat. Eie Sprechstunde bei einer Begegnung am Hauptplatz ist nichts Ungewöhnliches. Man muss das mögen und ich habe es in den all den Jahren wirklich sehr gerne gemacht."
Helmut Leitenberger
Für die SPÖ bleibt die Hand immer ausgestreckt. "Wenn ich im Wahlkampf gebraucht werde, stehe ich natürlich gerne zur Verfügung. Ich wurde immer super unterstützt und das werde auch ich machen", so Leitenberger, der seinem Nachfolger alles Gute wünscht. "Als Bürgermeister muss man wachsen. Es ist ein Prozess, dem man sich stellen muss. Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Arbeitstag im Rathaus. Auf meinem Bürotisch lagen Berge von Unterlagen und ohne meine erste Sekretärin Josefine Frühwirth hätte ich wohl nicht gewusst, wo ich anfangen soll. Man glaubt als langjähriger Gemeinderat vieles zu wissen, aber da kommt einiges auf einen zu."
Aus dem Woche-Archiv:

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