St. Anton: Lawinenverbauung fertiggestellt

- Rund 33 Kilometer Stahschneebrücken wurden in St. Anton am Arlberg errichtet.
- hochgeladen von Othmar Kolp
Das Großbauprojekt zum Schutz vor Naturgefahren am Arlberg wurde nach 26 Jahren abgeschlossen. Insgesamt wurden 29 Millionen Euro investiert.
ST. ANTON (otko). Mit einem Festakt wurde vergangenen Freitag die Fertigstellung einer der größten Lawinenverbauungen Tirols im Beisein von Bundesminister Andrä Rupprechter und LHStv. Joseg Geisler gefeiert. Mehr als 29 Millionen Euro wurden in den letzten Jahrzehnten in der Arlberggemeinde in den Wildbach- und Lawinenschutz investiert. Der größte Anteil entfällt auf die ausgedehnten Lawinenbruchverbauungen. Die Schutzmaßnahmen umfassen mehr als 33 Kilometer an Anbruchverbauungen sowie Triebschneewände, Lawinenauffangdämme und Hochlagenaufforstungen.
In Sicherheit investieren
„Investitionen in den Schutz vor Naturgefahren geben den Menschen mehr Sicherheit und stärken den gesamten ländlichen Raum. Nachhaltige Vorsorge ist immer besser als nachträgliche Schadensbehebung“, betonte Rupprechter die Bedeutung für die Region. Der Siedlungs- und Wirtschaftsraum in St. Anton gilt mit dem Abschluss der Arbeiten als gesichert. "Durch den Schutz vor Naturgefahren sind unsere Täler sicher und bewohnbar. Die Gäste brauchen sich im Urlaub nicht zu fürchten und wir müssen diese Botschaft hinaustragen", so Rupprechter. Auch LHStv. Geisler verwies darauf, dass St. Anton nun mit einer großen Sicherheit ausgestattet sei.
Tiefe Spuren hinterlassen
"Es war der 13. März 1988. Gegen 6.50 Uhr als eine riesige Staublawine aus den Einzugsgebieten Wolfsgruben und Stockibach abgingen und im Ortsteil Nasserein großen Schaden anrichteten. Der Schock über die Lawinenkatastrophe hat tiefe Spuren hinterlassen", blickte Bgm. Helmut Mall zurück. Sieben Personen wurden getötet, 23 verletzt und mehrere Gebäude zerstört. "Dieses Großereignis hat gezeigt, dass St. Anton nicht mehr sicher wahr und akuter Handlungsbedarf war gegeben", so Mall.
Sofort wurde von der Wildbach- und Lawinenverbauuung (WLV) ein Projekt ausgearbeitet und mit vereinten Kräften von Bund, Land und Gemeinde wurde eine Finanzierung aufgestellt. "Im Sommer 1988 wurde bereits gebaut und bis 2014 waren wir schwerpunktmäßig am Arlberg tätig", erläuterte Siegfried Sauermoser, Sektionsleiter der WLV Tirol. In den 26 Jahren hat es trotz der schwierigen Arbeitsbedingungen nie einen schweren Unfall gegeben. Auch Christian Weber, WLV-Gebeitsleiter Oberes Inntal, dankte seinen Mitarbeitern für die geleistete Tätigkeit.
Die wichtigste Aufgabe der Zukunft ist die Erhaltung dieser Schutzbauwerke. Aufgrund der exponierten Standorte sind die Verbauungen enormen Belastungen durch Wind, Schnee, Erosion und Witterung ausgesetzt.
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