Leerstand & Bürgerbefragung
Wieso der Margaretenplatz noch nicht umgestaltet wird
- Wie steht es um die Umgestaltung des Margaretenplatzes? MeinBezirk verschafft dir einen Überblick.
- Foto: Peter Markl
- hochgeladen von Peter Markl
Ende März 2025 wurden die Ergebnisse der Bürgerbefragung zum Margaretenplatz veröffentlicht. Anhand derer soll der zentrale Platz umgestaltet werden. Doch seitdem ging nicht mehr viel weiter. Ein Blick auf das Budget Wiens lässt Schlechtes vermuten, der Leerstand im Bezirk sinkt nicht.
WIEN/MARGARETEN. Fragt man Wienerinnen und Wiener, was ihnen beim Wort "Margareten" als Erstes in den Kopf schießt, werden wohl viele den Margaretenplatz nennen: Verkehrsknotenpunkt, anliegend der hübsche Margaretenhof und der Margaretenbrunnen und zentral gelegen.
Seine besten Jahre hat der Margaretenplatz aber hinter sich. Wo einst Traditionsbetriebe das Grätzl belebten, klafft nun manch leere Auslage den Vorbeispazierenden entgegen. Erst vor Kurzem wurde bekannt, dass der nächste Traditionsbetrieb – das Café Romeo – schließt.
Zwar wird an dieser Stelle bald ein neues Lokal öffnen, aber die Situation bleibt angespannt. Wie kann man wieder mehr Menschen in das Grätzl locken? Eine Möglichkeit ist die ausstehende Umgestaltung.
Kein Bagger in Sicht
Viele namhafte Wiener Plätze und Straßen wurden in den vergangenen Jahren umgeformt. Grün, mehr Aufenthaltsraum und Co. kamen an die Stelle der breiten Straßen. Eigentlich steht dieses Los auch dem Margaretenplatz zu.
Der Umgestaltungsprozess ist bereits im Gang: Per Bürgerbefragung wurde ermittelt, was sich die Grätzlbewohnerinnen und -bewohner für den Platz wünschen. Die Ergebnisse wurden im Frühjahr 2025 veröffentlicht. Doch von Baggern und Co. ist der Platz noch weit entfernt.
Sorge bereitet unter anderem die Budgetkrise in Wien: Die Stadt spart, wo sie nur kann. Fördergelder werden gestrichen und Projekte werden aufgeschoben. Wie lange muss der Margaretenplatz noch warten? Die Bezirksvorstehung beruhigt.
Der Bürgerbeteiligungsprozess sei derzeit noch nicht abgeschlossen. Bei Befragungen konnten Bürgerinnen und Bürger ihre Präferenzen wiedergeben und etwaige Ideen einbringen. "Für 2026 ist geplant, diesen Prozess abzuschließen", heißt es aus dem Margaretner Amtshaus. Dazu gehört unter anderem die Absprache aller Abstimmungen mit allen beteiligten Dienststellen der Stadt und die Erstellung der Pläne. Die Weiterführung des Beteiligungsprozesses ist im Bezirksbudget eingeplant.
"Bezirksvorsteher zögert Projekt hinaus"
Die SPÖ Margareten – nunmehr Oppositionspartei – kritisiert den Status quo. Bezirksvorsteher-Stellvertreter Christoph Lipinski (SPÖ) befürchtet gegenüber MeinBezirk, der neue Beteiligungsprozess werde dafür ausgenutzt, um persönliche Pläne in die Umgestaltung einzuschleusen.
Einst selbst in der Opposition hätte der jetzige Bezirksvorsteher Michael Luxenberger (Grüne) die SPÖ beschuldigt, das Projekt aufzuschieben, nun setze er selbst nicht die entscheidenden Schritte: "Statt die Verantwortung zu übernehmen und endlich die notwendigen Schritte der Finanzierung zu setzen, wird dieses Projekt ständig verschoben", so Lipinski.
- Derzeit sei der Bürgerbeteiligungsprozess noch nicht beendet, informiert die Margaretner Bezirksvorstehung.
- Foto: Nathanael Peterlini/MeinBezirk
- hochgeladen von Nathanael Peterlini
Für den Roten hätte die Verzögerung konkrete Folgen: "Der Leerstand von Geschäftslokalen ist sichtbar und es zeichnet sich keine Verbesserung ab." Während Luxenberger zuvor groß angekündigte Projekte kleinlaut nach hinten verschiebe, greife er kostspielige Projekte wie jenes am Heinz-Jerabek-Platz auf.
Frage der Finanzierung
Die grüne Bezirksvorstehung wehrt sich gegen die Anschuldigungen: "Der Margaretenplatz und seine Umgebung sind ein sehr lebendiger und beständiger Ort." Man erinnert daran, dass unter anderem ein wöchentlicher Markt, ein neuer Bücherschrank sowie zahlreiche Unternehmen und Lokale den Platz beleben.
"Dass in der Umgebung des Margaretenplatzes aktuell Geschäftsflächen leer stehen, sollte eine Übergangserscheinung sein." Bereits mehrere Interessierte hätten den Kontakt zum Bezirksvorsteher gesucht und ihre Projekte für zur Verfügung stehende Geschäftsflächen vorgestellt.
Die Bezirksvorstehung betont, dass die Umgestaltung des Platzes nur eine Frage der Zeit ist. Der Platz liegt am Wiener Hauptradverkehrsnetz. Mit dieser hat die Stadt zentrale Straßen für die Rad-Infrastruktur analysiert, deren Umbau mit einem eigenen Budgettopf finanziert werden sollen. Vor Bekanntwerden des Budgetlochs beliefen sich die Investitionen im vergangenen Jahr auf rund 50 Millionen Euro – 2926 ist von weniger Fördermitteln auszugehen. Vom Wohlwollen der Stadt Wien ist Margareten in jedem Fall abhängig: Ohne finanzielle Unterstützung kann der Bezirk das Projekt nicht stemmen.
Das könnte dich auch interessieren:
Link einfügen
Video einbetten
Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.
Karte einbetten
Social-Media Link einfügen
Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.
Code einbetten
Beitrag oder Bildergalerie einbetten
Foto des Tages einbetten
Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten
Du möchtest selbst beitragen?
Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.
Hier gehts zu den aktuellen
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.