Floridsdorf und Brigittenau
Radfahrende demonstrieren gegen Sperre des Steinitzstegs
- Laut den Veranstalterinnen und Veranstaltern versammelten sich rund 2000 Radfahrende, um gegen die geplante Sperre am Steinitzsteg zu demonstrieren. Auch der Bau des Lobautunnels stand im Fokus des Abends.
- Foto: Gerhard Allguer
- hochgeladen von Matthias Pandrea
Mit einer Raddemo auf der A22 und der Nordbrücke machten am Freitagabend mehrere Initiativen auf ihre Forderungen aufmerksam. Im Mittelpunkt standen der Protest gegen die geplante Sperre des Steinitzstegs und den Bau der Lobau-Autobahn.
WIEN/BRIGITTENAU/FLORIDSDORF. Mehr als 2.000 Menschen folgten nach Angaben der Veranstalterinnen und Veranstalter dem Aufruf der Initiativen "Lobau Bleibt", "Radeln For Future" und "Parents For Future" und radelten gemeinsam über die A22 auf die Nordbrücke. Die drei Initiativen forderten mehr Investitionen in den Klimaschutz, öffentliche Verkehrsmittel und sichere Radwege.
Ein zentrales Anliegen der Demonstranten war der Widerstand gegen die geplante Autobahn, die unter anderem durch einen rund acht Kilometer langen Tunnel unter der Lobau verlaufen soll. Die Initiativen bezweifeln die von der Politik angekündigte Verkehrsentlastung. Sie befürchten stattdessen zusätzlichen Verkehrsaufkommen.
Negative Folgen befürchtet
Silvia Zips von LobauBleibt kritisiert die Prioritätensetzungbei dem Projekt: “Wien ist die einzige Großstadt, die innerhalb ihrer Stadtgrenzen ein einzigartiges Naturschutzgebiet hat. Dieses ist aber durch eine Untertunnelung massiv gefährdet.”
- Die Demonstrantinnen und Demonstranten radelten über die A22 auf die Nordbrücke, um ihren Unmut über die Lobau-Autobahn und die geplante Sperre des Steinitzstegs kund zu tun.
- Foto: Norbert Mayr
- hochgeladen von Matthias Pandrea
Die möglichen Auswirkungen auf den Wasserhaushalt der Lobau würden den Demonstrantinnen und Demonstranten Sorgen bereiten. Aus Sicht von "Lobau Bleibt" könnten Eingriffe in die empfindlichen Grundwasserströme das bereits gefährdete Gebiet weiter belasten.
Steinitzsteg wird jahrelang gesperrt
Die Route über die Nordbrücke lenkte den Blick auf ein weiteres Streitthema: Im Zuge der anstehenden Sanierung soll der benachbarte Steinitzsteg für fast fünf Jahre für den Fuß- und Radverkehr gesperrt werden.
Judith Brocza kritisiert: “Und nebenbei soll die für Radfahrende und Zufussgehende wichtige Donauquerung neben der Nordbrücke, der Steinitzsteg, für 4 bis 5 Jahre für uns alternativlos gesperrt werden, nur um dem Autoverkehr eine Querung der Donau ohne Umwege zu ermöglichen.”
Kritik an Ausweichroute
Hintergrund sind die für März 2027 bis Ende 2031 – laut Asfinag notwendigen – Instandhaltungsarbeiten an der Nordbrücke. Nach vorbereitenden Arbeiten soll ab etwa 2028 ein Teil des Autoverkehrs ersatzweise über den Steinitzsteg geführt werden.
- Der Steinitzsteg soll ab 2028 für Rad- sowie für Fußgänger gesperrt werden. Die geplante Ausweichroute über die Floridsdorfer Brücke steht bei Radfahrenden aus der Brigittenau und Floridsdorf in der Kritik. (Archiv)
- Foto: Michael Marbacher/ MeinBezirk
- hochgeladen von Michael Marbacher
Als Ersatz für die gesperrte Verbindung hat die Stadt neue Radwege im Bereich der Floridsdorfer Brücke angekündigt – sowohl auf Brigittenauer als auch auf Floridsdorfer Seite. Damit soll eine Ausweichroute entstehen. Den Kritikern reicht diese Lösung wegen der zusätzlichen Wege jedoch nicht aus. – Mehr zum Thema liest du unten
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