Nach Pigmentverbot durch EU
Fast alle Tattoofarben wieder möglich

- Berufsgruppensprecher Harry Heimgartner: "Unser Händler kann alle Farben liefern."
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Durch eine EU-Verordnung drohte das Aus für Farbtattoos: Berufsgruppensprecher Harry Heimgartner über die aktuelle Lage der Hautkünstler und welche Farben verfügbar sind.
KLAGENFURT. Seit mehreren Jahren dominiert ein Thema die Tattooszene: ein Verbot von Farbstoffpigmenten in den Farben Blau und Grün. Genau gesagt gilt laut einer EU-Verordnung seit 4. Jänner 2023 ein Verbot des Inverkehrbringens bzw. die Verwendung der "Farbstoffe Pigment Blue 15:3" und "Pigment Green 7". Gerade für Tätowierer, die bestechende Kunstwerke auf Haut mit viel Farbe zaubern, eine Katastrophe.
Farben wieder verfügbar
Eine Frage dominierte das letzte Jahr die Szene: Wann werden Farbhersteller wieder REACH-konforme Farben im Repertoire haben? "Mittlerweile haben die Farbproduzenten nachgezogen, es gibt wieder Farben am Markt", informiert Harry Heimgartner, Berufsgruppensprecher der Kärntner Tätowierer und Inhaber des Klagenfurter Tattoostudios "ink republic". Heimgartner kann noch nicht von Erfahrungen mit den neuen Farben berichten. "Eine Tätowierung braucht mehrere Wochen, bis sie abgeheilt ist. In unserem Studio haben wir noch nicht mit den neuen Farben gearbeitet", so der Berufsgruppensprecher. Für ihn ist es ein Rätsel, wie die Farbhersteller ohne Farbpigmente eine Farbe herstellen. Eines steht fest: Das Geschäft mit den Tattoofarben ist ein Milliardengeschäft und die Nachfrage nach den Kunstwerken auf der Haut ist ungebrochen. Die gefürchteten Lieferengpässe bleiben laut Heimgartner aus. „Laut unserem Händler sind alle Farben verfügbar", so Heimgartner.
Es fehlt an den Farbnuancen
Was nicht vergessen werden darf: Rund 60 Prozent der Farben beinhalten die Farbpigmente Grün und Blau, die eine neue Rezeptur benötigen. „Bis es diese in allen Farbnuancen geben wird, wird es wohl noch ein wenig dauern“, sagt Heimgartner. Der erfahrene Klagenfurter Tätowierer lobt die Berufsgruppe und pocht darauf, dass sich die heimische Szene an die gesetzlichen Vorgaben hält. Denn die Strafen sind hoch: Es drohen Geldstrafen bis zu 20.180 Euro, im Wiederholungsfall bis zu 40.375 Euro. Bei möglichen Kontrollen müssen die Tätowierer vorweisen können, dass sie REACH-konforme Farben verwenden.
Zur Sache
Die REACH-Verordnung beinhaltet ein Verbot des Inverkehrbringens und der Verwendung von bestimmten Stoffen, eine allgemeine Kennzeichnungspflicht für alle Tattoo-/Permanent-Make-Up-Farben und eine Informationspflicht gegenüber dem Kunden. Für die Farbstoffe Pigment Blue 15:3 und Pigment Green 7 gilt das Verbot des Inverkehrbringens bzw. der Verwendung ein Jahr später seit dem 4. Jänner 2023.
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