Laut Staatsanwaltschaft
Mann lag im Koma, Freundin stahl Bankomatkarte

- Während ihr Freund in der Klinik Oberpullendorf im künstlichen Tiefschlaf lag, soll sich seine "Geliebte" an seinen Wertgegenständen und seiner Bankomatkarte "bedient" haben.
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Pietätloser und schamloser kann Diebstahl kaum sein. Denn während ihr Freund im Koma lag und im Krankenhaus Oberpullendorf um sein Überleben kämpfte, soll sich seine „Geliebte“ an seinen Wertgegenständen und seiner Bankomatkarte „bedient“ haben, so die Staatsanwaltschaft. Für die angeklagte dreifache Mutter scheinbar kein großes Problem, denn sie pfiff auf ihren Gerichtstermin … Jetzt drohen harte Konsequenzen.
OBERPULLENDORF. Der Lautsprecher-Aufruf nach der Beschuldigten hallte durch die weiten Gänge des Justizzentrums. Blieb aber ohne Reaktion. Denn im Saal 8 des Landesgerichts Eisenstadt hatten Schlag neun Uhr nur die Vorsitzende, die Staatsanwältin, die Schreibkraft und der Pflichtverteidiger ihre Plätze bezogen. Von der Angeklagten – keine Spur. Ihr Sessel vor der Richterbank blieb leer.

- Alle waren im Saal 8, von der Angeklagten keine Spur.
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"Kein Wort gesprochen"
„Wundert mich nicht“, so die Einschätzung des kopfschüttelnden Pflichtverteidigers bezüglich seiner Klientin. „Ich habe mehrmals per Handy versucht, sie zu erreichen. Vergeblich. Keine Behebung. Kein Rückruf. Bis jetzt gar kein Kontakt. Ich habe mit ihr noch kein Wort gesprochen!“
Die Vorsitzende hielt nach Prozess-Eröffnung das unentschuldigte Fernbleiben der Frau fest. Und ergänzte fürs Protokoll: „Ihre Ladung zur Verhandlung hat die Beschuldigte eigenhändig am 21. Jänner übernommen. Da sie nicht erschienen ist, werde ich sie vorführen lassen! Neuer Termin ist nächste Woche, Freitag, 10 Uhr, Saal 6!“ Nach knapp fünf Minuten war der Prozess – vorerst – auch schon wieder vorbei.

- Eine Polizeieskorte wird die Beschuldigte zum nächsten Prozesstermin im Landesgericht Eisenstadt vorführen.
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Polizeieskorte
Der Angeklagten, arbeitslos, Anfang 30, Burgenländerin, Mutter dreier minderjähriger Kinder, droht nun wegen ihres verantwortungslosen Verhaltens großes Ungemach. Denn zur nächsten Verhandlung wird eine Polizeieinheit die Frau ins Landesgericht eskortieren und pünktlich in den Saal bringen. Dort erwartet sie dann, wegen Missachtung des Gerichts, eine saftige Strafe.
Schwerer Diebstahl
Unabhängig vom anschließenden Prozess wegen „des Verbrechens des schweren gewerbsmäßigen Diebstahls sowie der Vergehen des betrügerischen Datenverarbeitungsmissbrauchs und der Entfremdung unbarer Zahlungsmittel!“
Freund im Koma
Ergänzend zu diesen schweren Vorwürfen seitens der Staatsanwaltschaft heißt es in der Anklageschrift: „Die Beschuldigte habe im April 2024 einem im künstlichen Tiefschlaf befindlichen Patienten des Krankenhauses Oberpullendorf Bargeld, Wertgegenstände und seine Bankomatkarte weggenommen und mit letzterer Abhebungen von insgesamt 3.270 Euro getätigt und Einkäufe finanziert!“
Nur Erledigungen
Angeblich hätte die Angeklagte bei der Polizei ausgesagt, dass es sich nur um Erledigungen im Auftrag ihres Freundes gehandelt habe. Ob sie bei dieser Verantwortung bleibt, wird sich nächste Woche weisen. Es gilt die Unschuldsvermutung.
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