Seit 40 Jahren
Schüler & Lehrer kämpfen für eine autofreie Rahlgasse in Mariahilf
- Lehrer Karl Marquart (2. v. l.) sowie Schülerinnen und Schüler der AHS Rahlgasse wünschen sich mehr Grün und weniger Verkehr.
- Foto: Pia Rotter/MeinBezirk
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40 Jahre – so lange bemüht sich die AHS Rahlgasse bereits darum, dass die Gasse vor ihrer Schule ruhiger und grüner wird. MeinBezirk traf einen Lehrer sowie Schüler und Schülerinnen, um mit ihnen über diese Situation zu sprechen.
WIEN/MARIAHILF. „Wenn es heiß ist, wollen wir die Fenster aufmachen – aber das geht oft nicht, weil es unten wegen der Autos zu laut ist.“ Was Schüler Michael Nes beschreibt, gehört für viele an der AHS Rahlgasse zum Schulalltag. Vor der Einrichtung wünschen sich Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler seit vielen Jahren Veränderung: weniger Verkehr, mehr Platz und mehr Grün.
Der Wunsch nach einer autofreien Rahlgasse sei keineswegs neu, erzählt Lehrer Karl Marquardt. „Der geht tatsächlich schon rund 40 Jahre zurück.“ Bereits in den 1980er-Jahren habe es erste Initiativen gegeben. Heute seien zwar deutlich weniger Parkplätze vorhanden als früher – derzeit noch 14 –, doch der Verkehr prägt den Bereich rund um die Schule weiterhin.
Unangenehme Situation
Für die Schülerinnen und Schüler ist das ein Problem, denn die Schule verfügt über keinen eigenen Schulhof. „Deswegen brauchen wir draußen einfach mehr Platz, um uns aufhalten zu können“, erklärt Schülerin Lisa Friedl.
Ihre Kollegin Annika Friedl erinnert sich hingegen an eine unangenehme Szene vor der Schule. "Ein Mitschüler hatte einen Bumerang geworfen, der gegen ein geparktes Auto prallte. Der Fahrer hat sich ur darüber aufgeregt", erzählt sie. Der besagte Mitschüler musste den Schaden schließlich selbst bezahlen. „Wäre das Auto nicht dort gestanden, wäre das nicht passiert“, sagt sie.
- Für die Schülerinnen und Schüler ist das ein Problem, denn die Schule verfügt über keinen eigenen Schulhof.
- Foto: Pia Rotter/MeinBezirk
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Der Baustart für die Umgestaltung zu einer autofreien Begegnungszone war bereits für vergangenes Jahr fixiert. Diese musste allerdings aufgrund der Budgetkürzungen vonseiten der Stadt Wien auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt werden. Aus Frust über die verschobene Umgestaltung sammelte die Schule Unterschriften. Insgesamt kamen 650 Unterschriften innerhalb der Schule zusammen, online haben bereits mehr als 1.000 Menschen unterschrieben. Möglichkeit zur Unterschrift gibt es hier.
Kostengünstige Umsetzung
In der vergangenen Bezirksvertretung brachten SPÖ und Neos einen entsprechenden Antrag gemeinsam ein. Bezirksvorsteherin Julia Lessacher (SPÖ) betont: „Das Ziel der SP-Mariahilf ist es, die Rahlgasse zu einem klimafitten Raum für alle werden zu lassen. Die budgetären Rahmenbedingungen erfordern eine schrittweise Umsetzung.“
Konkret fordern die beiden Parteien kleine Verbesserungen im Bereich Grünflächen, Sitzengelegenheiten, Beleuchtung sowie Verkehrsberuhigung. Der Antrag wurde einstimmig der Kommission für Planung, Entwicklung und Gestaltung zugewiesen.
SPÖ-Klubvorsitzender Bernhard Stoik meint: "Aufgrund der schwierigen finanziellen Situation, die uns die Bundespolitik hinterlassen hat, kann der Bezirk das gesamte Umgestaltungsprojekt derzeit jedoch nicht allein stemmen. Das liegt nicht in unserer Verantwortung, sondern an den Rahmenbedingungen, mit denen wir umgehen müssen, um unsere Aufgaben weiterhin verlässlich wahrzunehmen."
Kritisch sieht das Bezirksvorsteherin-Stellvertreter Paul Stein (Grüne): "Die ‚vorgezogenen Maßnahmen‘, die jetzt geprüft werden sollen, reichen bei weitem nicht aus." Für Ende April ist ein Treffen zwischen Lessacher und Vertretern der Schule geplant, bei dem die nächsten Schritte besprochen werden sollen.
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