Gefangen im Profitsystem

Hans Hutter
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BRUCK. Ein Prügelvideo sorgte im Dezember für Aufregung. Eine Tierschutzorganisation hatte heimlich das Verladen von Kälbern in der Sammelstelle in Bergheim gefilmt. Der ORF zeigte die Szenen schockierender Gewalt gegen die Tiere. Nicht nur Konsumenten waren empört, auch Bauern äußerten ihren Unmut über die Zustände in der Verladestation. Sie sind dem System praktisch ausgeliefert, es gibt kaum eine andere Möglichkeit, Stierkälber auf wirtschaftliche Weise zu verkaufen. Um das zu vermeiden, müssten Bauern die Tiere selber mästen, erklärt Hansjörg Kirchner, der Obmann der Pinzgauer Bezirksbauernkammer.

Nur die Masse zählt
Das rentiere sich allerdings erst ab rund 50 Stück Vieh. Diese Größe hat im Pinzgau kein Betrieb. Früher habe es eine Förderung gegeben, seit diese gestrichen wurde, werden "wertlose" Stierkälber nach rund zwei Monaten verkauft. Von der Sammelstelle in Bergheim gehen sie hauptsächlich weiter nach Spanien, wo sie weiter gemästet werden. Kirchner hat selber einen Mastbetrieb in Mühlbach. Früher hat er die Tiere noch von den Bauern gekauft, heute werden sie ihm von der Rinderbörse vermittelt. Eine direkte Abnahme von Kälbern der Pinzgauer Bauern sei für ihn nicht praktikabel. Die in Bergheim gefilmten Vorgänge hält er für Ausnahmen. "Das ist sicher nicht die Regel und die Tiere waren wohl widerspenstig," beurteilt er die Situation. Hans Hutter vom Gaferlgut in Bruck ist hingegen schockiert von den Aufnahmen. Das Verhalten der Arbeiter bei der Sammelstelle ist für ihn völlig inakzeptabel: "Mir liegt das Wohl meiner Tiere am Herzen. Ich will nicht, dass sie so behandelt werden." Er bemüht sich daher, einen heimischen Mastbetrieb zu finden, der ihm sein Vieh abnimmt. Das sind im Jahr rund 30 Kälber.

Unfairer Wettbewerb
Mit einigen hat Hutter Kontakt aufgenommen, aber obwohl er die Tiere selber liefern würde, sind diese kleinen Mengen für die Betriebe nicht lukrativ. Er ist somit in der Zwickmühle. Die Stiere kann er nicht selber mästen, dafür hat er zu wenig Grund und Futter. Hält er weniger Kühe, hat er zu wenig Milch, um von diesen Einnahmen leben zu können. Gefangen in einem System, in dem nur noch Masse und Wirtschaftlichkeit zählen. "Wenn Fleisch und Milchprodukte das kosten würden, was sie wert sind, gäbe es keine Überproduktion", so Hutter. Konsumenten seien nicht bereit für regionale Qualität mehr zu zahlen. Sollte keine andere Lösung möglich sein, wünscht er sich zumindest eine bessere Kontrolle der Verladestelle.

Siehe auch: Gudruns Blog

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